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Malteser in Nordrhein-Westfalen

Schöne Bescherung: Mit Sport zurück ins Leben.

14.07.2016

Kurz vor Weihnachten 2015 ging gar nichts mehr. Martin Fortmann konnte nicht einmal mehr den Christbaumschmuck tragen. Blass und kurzatmig musste er sich setzen. Schon seit dem Sommer fühlte er sich immer wieder müde und schlapp. Der 51 jährige Rettungsassistent von der Malteser Rettungswache im münsterländischen Greven bemerkte immer öfter Leistungsminderungen im Dienst. Untersuchungen bei einem Internisten und einem Lungenfacharzt im Spätsommer 2015 blieben aber zunächst ohne Befund. Bis 2013 war Fortmann starker Raucher. Von jetzt auf gleich hörte er damals mit dem Blauen Dunst auf. Jetzt, kurz vor Weihnachten, ging gar nichts mehr. Fortmann dachte nur noch „schöne Bescherung“. Wegen der Feiertage, Urlaub des Hausarztes und „weil es nicht so schlimm schien und irgendwie weiter ging“ fand eine erste gründliche Untersuchung bei seinem Hausarzt erst Anfang Januar 2016 statt. Beim Belastungs-EKG war dann Schluss. Dann ging alles ganz schnell. Der Hausarzt überwies den 51jährigen in ein Krankenhaus, wo die Kardiologen nicht lange fackelten. Drei Stunden lag Fortmann im OP. Ein Riva-Verschluß am Herzen machte Fortmann und den Ärzten zu schaffen. „Ich hatte Glück im Unglück, es war kurz vor knapp“, blickt Fortmann heute nüchtern auf die Diagnose und ersten Tage des neuen Jahres zurück. Bis Anfang 20 war der Warendorfer ein begeisterter Sportler. Schwimmen und Judo, Segeln und Radfahren, Bewegung war für den jungen Martin Fortmann wichtig. Mit dem Einstieg in das Berufsleben änderte sich sein Freizeitverhalten. Sport spielte keine große Rolle mehr. Arbeit, Familie, ein Jobwechsel 2011 vom Schreibtisch eines Key Account Managers einer großen Pharma-Firma in den Rettungswagen der Malteser, die Zeit verging im Flug. Auch im Ehrenamt war Fortmann aktiv. Seit 1987 leistete er bei den Maltesern in Warendorf regelmäßig Sanitätsdienste und bildete sich im Rettungsdienst fort. „2011 habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht und mit 50 noch meine Ausbildung zum Rettungsassistenten abgeschlossen und voll durchgestartet“. Noch mehr Stress, eine nicht immer optimale Ernährung, noch weniger Sport und das Rauchen. Auf diese vier Faktoren führen Fortmann und seine behandelnden Ärzte seine schwere Erkrankung mit Anfang 50 zurück. Ein „weiter so“ war auf einmal keine Option mehr. Nach dem ersten Schock und dem Blick in eine ungewisse Zukunft begann Martin Fortmann konsequent mit seinen ersten Schritten zurück ins Leben. „Meine vier Wochen in der Reha haben mich dafür sehr gut vorbereitet“. Täglicher Reha-Sport, Ernährungskurse, eine psychologische Begleitung und seine Familie gaben ihm Halt und bauten ihn wieder auf. „Ich wurde komplett auf Null gefahren und dann behutsam wieder aufgebaut“. Schon im April begann dann seine Einarbeitungsphase mit verminderter Stundenzahl bei den Maltesern. Zwar nicht mehr in der Rettungswache, dafür aber in der Buchhaltung der Diözesangeschäftsstelle in Münster. Sport und Ernährung, mehr Pausen und die Fünf auch mal gerade sein lassen, sein Leben fühlt sich heute anders an. Besser. Anfang Juni bescheinigten ihm die Ärzte, dass er wieder zu 100 Prozent fit sei. „Klar, ich muss weiterhin Medikamente nehmen und regelmäßig zur Untersuchung, aber mit so einer schnellen Genesung hätte ich nie gerechnet“, blickt Fortmann dankbar zurück. Im Internet las er von der Aktion „Mal(teser) bewegen“, wo es um Fitness und Bewegung, aber auch das Deutsche Sportabzeichen geht. Bislang hatte er sich noch nie mit beruflicher Gesundheitsförderung oder sogar mit dem Fitnessorden des Deutschen Olympischen Sportbundes beschäftigt. Jetzt war sein Ehrgeiz geweckt. „Ich wollte einfach einmal sehen, ob ich es drauf habe“, motivierte er sich selbst. Und er hatte es drauf. Schwimmen, Radfahren und Weitsprung, keine Probleme und am Ende des Tages das unterschriebene Prüfblatt. „Das war ein starkes Gefühl, das alles so gut bewältigt zu haben, und es hat riesig Spass gemacht“, freut sich Fortmann heute. „Im nächsten Jahr mache ich wieder mit, zusätzlich zu dem Sport, den ich sowieso vier- bis fünfmal pro Woche mache nach der Arbeit“. Von den Maltesern als Arbeitgeber wünscht er sich nicht nur für sich noch mehr Impulse und Angebote im Rahmen der Gesundheitsförderung. Seinen Kolleginnen und Kollegen möchte Martin Fortmann aber schon einmal mit gutem Beispiel vorangehen. „Wartet nicht so lange wie ich, bis etwas passiert. Fangt jetzt an und bewegt Euch!“​

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