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Malteser in Nordrhein-Westfalen

Boom in der Ersten Hilfe-Ausbildung legt auch Schwachstelle in der Rettungskette offen

16.01.2017

Monika Vonberg, Ausbildungsleiterin der Malteser in NRW, blickt sehr zufrieden auf das vergangene Jahr zurück, weist aber auch auf eine Schwachstelle in der Rettungskette hin. „Die Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Kursen rund um das Thema Erste Hilfe bei den Maltesern in Nordrhein-Westfalen hat zwar seit der Reform der Ausbildung Mitte 2015 deutlich zugenommen. 2014 haben unsere Ausbilder 83.235 Menschen in Erster Hilfe ausgebildet. 2015 waren es hingegen schon über 120.000. Im vergangenen Jahr hat sich diese hohe Teilnehmerzahl mit einer Tendenz nach oben stabilisiert.“ Allerdings lasse sich von diesen Zahlen die Schlussfolgerung, dass sich jetzt mehr Menschen aus eigenem Antrieb in Erste Hilfe ausbilden lassen würden, um mögliche Unsicherheiten zu überwinden, nicht ableiten. Dann wäre die Anzahl der Selbstzahler größer geworden. Diese sei aber im Vergleich zu den Ausbildungszahlen vor 2015 etwa gleich geblieben. Doch gerade hier sieht Monika Vonberg enormen Bedarf. So würden sehr viele Notfälle und schwere Erkrankungen im häuslichen Umfeld passieren und gut ausgebildete Ersthelfer wären ein wichtiges Glied in der Rettungskette. "Die ersten fünf Minuten sind dann entscheidend", weiß die erfahrene Ausbilderin. Für diese deutlichen Steigerungen im Ausbildungsvolumen sieht Monika Vonberg aber vier wesentliche Gründe. So habe sich die Ausbildung Mitte 2015 deutlich verkürzt. „Vor der Reform dauerte der vorgeschriebene Kurs noch 16 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten und fand an zwei Tagen statt. Die neue Ausbildung ist nun nur noch neunmal 45 Minuten lang“. Ferner hätten mit dieser Ausbildungsreform 2015 die Berufsgenossenschaften ihre Betriebe verstärkt aufgefordert, die gesetzlich vorgeschriebene Quote von fünf bis 10 von 100 Beschäftigten als Ersthelfer ausbilden zu lassen. Gleichzeitig waren die Arbeitgeber eher bereit, ihre Mitarbeiter zur Ersten Hilfe Ausbildung zu schicken. Sie fehlen nämlich nur noch einen statt zwei Tage im Betrieb. Und schließlich mache den Teilnehmern der Kurs seit der Reform deutlich mehr Spaß, weil er durch die Reduzierung von Theorie praxisorientierter und abwechslungsreicher geworden sei. „Erste Hilfe rettet Leben“, ist sich Monika Vonberg ganz sicher. Ein Erste Hilfe Kurs koste pro Teilnehmer zwischen 35 und 40 Euro. „Selbst zahlen müssen die Gebühr aber nur die Teilnehmer, die auf eigene Initiative zur Ausbildung kommen, z. B. wenn sie den Führerschein privat erwerben oder ihre Kenntnisse auffrischen wollen .“ Weitere Infos gibt es unter www.malteser-kurse.de

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