4310 Notrufe seit Heiligabend, aber nur 350 Notfälle

(Foto: Malteser)

NRW. Zwischen Heiligabend und dem 2. Januar gab es beim Malteser Hausnotruf in Nordrhein-Westfalen 4310 Mal Alarm. Der Rettungswagen rückte insgesamt 350 Mal aus. Mehr als die Hälfte der Alarme waren ein Signal der Einsamkeit.

In rund 1400 Fällen kümmerte sich ein Malteser vom Hintergrunddienst oder ein vom Hilfsdienst benachrichtigter Nachbar, Verwandter oder der Hausarzt um den meist älteren Menschen.

Aber bei knapp 2500 Alarmauslösungen, d. h. in sechs von zehn Fällen, war keinerlei Hilfeleistung erforderlich. Die Malteser telefonierten mit den Seniorinnen und Senioren. Bei diesen Gesprächen stellte sich heraus, es gab besonders viele soziale Hilferufe. Das sind Alarme, die Menschen aus Einsamkeit ausgelöst haben, um einfach mal wieder mit jemandem zu sprechen. Zwischen dem 27. und 30. Dezember lag deren Zahl mit durchschnittlich 200 Alarmen pro Tag vier Mal so hoch wie an den übrigen sechs Tagen.

Ruth Horn-Busch, Leiterin Hausnotruf der Malteser in Nordrhein-Westfalen: „Wir betreuen in Nordrhein-Westfalen rund 40.000 Hausnotrufkunden und beobachten besorgt, wie viele ältere Menschen schon unter Einsamkeit leiden. Das ist ein ernstes gesellschaftliches Problem.“ Um die Einsamkeit der Senioren zu lindern, haben die Malteser, unabhängig vom Hausnotruf, an zahlreichen Standorten in NRW ehrenamtlich getragene Dienste eingerichtet. Ein Projekt in Kooperation mit dem Bundesfamilienministerium.

Malteser-Projekt hilft Senioren bei Einsamkeit 

Dazu ein Interview mit Ruth Horn-Busch, der Leiterin für den Hausnotruf der Malteser in Nordrhein-Westfalen, auf  Domradio.de vom 10. Januar 2022.

Weitere Informationen zum Hausnotruf und den Malteser Projekten gegen  Einsamkeit:
https://www.malteser.de/hausnotruf.html
https://www.malteser.de/miteinander-fuereinander.html