Frühjahr naht: Kleinkinder vor Gefahren im Freien schützen

Foto Boland/MHD: Im speziellen Erste-Hilfe-Kurs der Malteser lernen Eltern, Großeltern, Babysitter und andere Interessierte, wie man bei Notfällen mit Kindern am besten reagiert

Wenn der Frühling naht, ist der Wunsch Zeit im Freien an der frischen Luft zu verbringen, erfahrungsgemäß groß. Doch gerade für Babys und Kleinkinder lauern draußen auch Gefahren, insbesondere, wenn sie kurz unbeaufsichtigt sind. Häufig geht es schneller als man denkt, und der Nachwuchs ist von der Schaukel gestürzt, hat sich verletzt, etwas verschluckt oder eine giftige Pflanze in den Mund gesteckt. Wer hier nicht sofort in Panik geraten will, tut gut daran, bestmöglich auf derartige Situationen vorbereitet zu sein.

 

Erste Hilfe am Kind

 

Die Malteser NRW bieten spezielle Erste-Hilfe-Kurse für Kindernotfälle an. Ob Insektenstiche, Schürfwunden, Knochenbrüche oder Vergiftungen, wenn kleinere oder größere Unfälle vorprogrammiert sind, hilft es zu wissen, wie man richtig handelt. In der Natur lauern beispielsweise Gefahrenquellen, wie giftige Pflanzen, übermäßige Sonneneinstrahlung oder Verletzungsmöglichkeiten an Gegenständen. Was bei Bewusslosigkeit, Krampfanfällen oder Herzstillstand zu unternehmen ist, wird unter anderem im Malteser-Kurs “Erste Hilfe am Kind“ vermittelt. Die Fortbildung dauert acht Unterrichtseinheiten à 45 Minuten und richtet sich an Eltern, Großeltern und Babysitter. Außerdem bietet sie viel Raum für Fragen, die sich häufig ergeben, weil Kursteilnehmer oft schon Kindernotfälle erfahren haben und in einem möglichen ähnlichen Fall passgenau reagieren wollen.

 

Bei ernsten Dingen Rettungsdienst rufen

 

Kommt es zu schlimmen Unfällen, ist es wichtig, ebenfalls den Rettungsdienst unter der 112 zu rufen. „Beim Telefonat sollte in jedem Fall unmittelbar angegeben werden, dass es sich um ein Kleinkind oder einen Säugling handelt“, sagt Erste-Hilfe-Ausbildungsreferentin Jutta Palm der Malteser NRW. Leitstellendisponenten könnten dann noch zielgerichtetere Hilfsmaßnahmen für diese Altersgruppe durchgeben als bei älteren Personen. Dennoch lohne es sich, auch selbst bereits im Vorfeld die richtigen Schritte zu erlernen, konstatiert Palm. „Kinder sind ein so wertvolles Gut, da gehört es einfach dazu, dass man im Notfall richtig und schnell reagieren kann“, sagt sie.

 

Schnell handeln

 

Die Expertin ist auch selbst Mutter und erinnert sich noch gut an einen in der Vergangenheit liegenden, erschreckenden Pseudokrupp-Hustenanfall ihres Säuglings. „Zunächst ist es beängstigend, sein Kind nach Luft ringen zu sehen, daher kann man dankbar sein, gelernt zu haben, was in solchen Fällen hilft.“ Bei den Maltesern erfahren Teilnehmende des Kurses dann beispielsweise, dass man Ruhe bewahrt, das Kind aufrecht hinsetzt, es beruhigt und sofort kühle, feuchte Luft am Fenster, auf dem Balkon oder nachts auch vor dem offenen Kühlschrank einatmen lässt. Mit Dusche oder Badewanne lässt sich außerdem Wasserdampf erzeugen, den das Kind inhalieren kann. Diese Infos parat zu haben, wenn es drauf ankommt, kann Leben retten. Infos unter: malteser-kurse.de