Malteser aus NRW bieten verkürzte berufsbegleitende Notfallsanitäter-Ausbildung an

Foto MHD: Von der verkürzten berufsbegleitenden Ausbildung zum Notfallsanitäter/Notfallsanitäterin sollen möglichst viele Interessierte profitieren

Dortmund. Am Malteser Bildungszentrum (MBZ) gibt es spannende Neuigkeiten: Erfahrene Rettungssanitäter können sich dort ab dem 1. März 2026 in nur 38 Monaten neben dem herkömmlichen Job zum Notfallsanitäter (NotSan) ausbilden lassen. Üblicherweise dauert dies berufsbegleitend ganze fünf Jahre, wie seit 2014 bundesweit geregelt ist. Die Malteser halten diese Dauer jedoch nicht mehr für zeitgemäß. Nachdem die klassische Notfallsanitäter-Ausbildung in Vollzeit drei Jahre Zeit in Anspruch nimmt, aber für viele bereits im Berufsleben befindliche Rettungskräfte, die sich gerne weiterqualifizieren möchten, aufgrund des Lohnausfalls nicht infrage kommt, wird häufig auf das berufsbegleitende Modell gesetzt. Auch dies habe jedoch immer wieder für jede Menge Abstriche in finanzieller sowie zeitlicher Hinsicht gesorgt, heißt es aus dem MBZ in Dortmund. Grund genug für die Malteser nach einer praktikableren Lösung zu suchen.

 

Einfaches Konzept

 

Das Konzept ist dabei einfach: Während der 38-monatigen Ausbildung fahren die Teilnehmenden 320 Stunden als Dritte auf dem Rettungswagen, um Praxiserfahrung zu sammeln. Die restlichen notwendigen 2880 Stunden sind sie dann, wie gewohnt, produktiv im Einsatz. So bleibt das Einkommen weitgehend stabil, größere finanzielle Einbußen werden vermieden. Auch der Theorieteil bleibt mit 1920 Stunden identisch zur regulären Ausbildung, wird im Dortmunder MBZ aber thematisch und didaktisch neu strukturiert. Der Ausbildungsstart wird außerhalb der üblichen Zyklen darüber hinaus ganz bewusst auf den 1. März 2026 gelegt, um auf die Lebenssituationen der Teilnehmenden Rücksicht zu nehmen. Nachdem viele Interessierte Familie hätten, seien Ferienzeiten grundsätzlich als Rettungswachen-Zeit eingeplant, erklärt eine Mitarbeiterin. Urlaub dürfe nur in diesen Phasen genommen werden, denn die Vereinbarkeit von Ausbildung, Beruf und Privatleben werde damit erleichtert.

 

 

Bei Bezirksregierung schnell auf Zuspruch gestoßen

 

Bei der Bezirksregierung Arnsberg war das neue Konzept schnell auf Zuspruch gestoßen. Bereits kurz nach Antragsstellung kam das positive Startsignal. Von dem neuen Modell profitieren dabei nicht nur die Auszubildenden, sondern auch die Wachleitungen: Wenn im September parallel Nachwuchskräfte ihre klassische dreijährige NotSan-Ausbildung beginnen, kehren am Ende alle Absolventen im selben Jahr hochqualifiziert zurück, was einen doppelten Gewinn für die Rettungswachen darstelle. Viele der erfahrenen Kolleginnen und Kollegen, die Interesse an einer NotSan-Weiterqualifizierung bekundeten, seien im Schnitt 28,5 Jahre alt und teilweise bereits seit zehn Jahren im Einsatz. Gerade im Hinblick auf den Fachkräftemangel sei es daher ein großes Anliegen, genau jenen den Weg im Hinblick auf eine höhere Qualifizierung, ohne massive finanzielle Einbußen, zu ebnen. Infos unter: rd.mbz.westfalen@malteser.org