Malteser NRW ziehen nach heiligem Jahr in Rom positive Bilanz

Foto Marvin Kaiser/MHD: Der Malteser Hilfsdienst e.V. entsandte deutschlandweit ehrenamtliche Teams für den Sanitätsdienst im Heiligen Jahr 2025 nach Rom. Aus NRW waren insgesamt 72 Helferinnen und Helfer gekommen, um die sanitätsdienstliche Versorgung vor Ort zu unterstützen

Köln. Das, was Vincent Sanz-Dreesen (53) bei seinem Aufenthalt in der ewigen Stadt während des Heiligen Jahres 2025 in Rom erfahren konnte, wird er wohl nie vergessen. Der aus Belgien stammende Rettungssanitäter und Ehrenamtliche der Gliederung Eschweiler war einer von insgesamt 72 Maltesern aus NRW, die dabei geholfen haben, den Sanitätsdienst während des katholischen Jubeljahres zu stellen. „Neben den Diensten in der Unfallhilfsstelle gab es nicht nur viel Gelegenheit, sich mit den italienischen Kollegen auszutauschen. In der Freizeit konnten wir uns auch den Vatikan anschauen“, schwärmt der Einsatzleiter, der sich gemeinsam mit seinem Team aus Ärzten, medizinischen Assistenten und Sanitätern, um Verletzungen, kleinere Blessuren oder anderweitige Anliegen der angereisten Gläubigen kümmerte. 

 

Ursprünglich nur alle 100 Jahre

 

Der mittlerweile verstorbene Papst Franziskus hatte das spirituelle Ereignis, das ursprünglich alle 100 Jahre gefeiert wurde und seit 1475 normalerweise im 25-Jahres-Rhythmus stattfindet, unter dem Motto „Pilger der Hoffnung“ ausgerufen. Entsprechend zelebriert wurde es jetzt von Millionen Besucherinnen und Besuchern seit dem 24. Dezember 2024. An diesem Tag hatte der offizielle Auftakt der Feierlichkeiten, die Gelegenheit für spirituelle Erneuerung oder Vergebung bieten sollten, im Petersdom stattgefunden. Am 6. Januar 2026 endete das Heilige Jahr, welches von Franziskus Nachfolger, Papst Leo XIV., weitergeführt wurde, nun planungsgemäß.

 

Über 33 Millionen Besucherinnen und Besucher

 

Mit rund 33,4 Millionen Menschen, die in diesem Zeitraum eigens nach Rom pilgerten, wurden die ursprünglichen Schätzungen des Vatikans sogar übertroffen. Bevor die Heilige Pforte des Petersdoms jetzt schloss, konnte der Malteser Hilfsdienst e.V. das ganze Jahr über mit zahlreichen ehrenamtlichen Teams aus ganz Deutschland den Sanitätsdienst vor Ort unterstützen. Die nordrhein-westfälische Landes- und Regionalgeschäftsstelle der Hilfsorganisation entsandte allein neun Gruppen mit jeweils acht Helferinnen und Helfern. Jedes Team verbleib für eine Woche in der ewigen Stadt und wirkte in Sanitätsstationen an den Einsatzorten, Lateralbasilika, Santa Maria Maggiore und St. Paul vor den Mauern. Im Rahmen von 4032 geleisteten Einsatzstunden kam es so zu rund 450 Einsätzen der Malteser NRW. Was Sanz-Dreesen abgesehen von durchweg höflichen und dankbaren Patienten in Erinnerung bleiben dürfte: Einer der Ärzte aus dem Vatikan, mit dem man gut zusammengearbeitet habe, habe dem Sanitätsteam aus der Diözese Aachen als Dank für die gute Kooperation sogar ein poetisches Gesicht gewidmet. Nachdem das nächste Heilige Jahr kein ordentliches, sondern ein außerordentliches, sein wird, soll es bereits in 2033 stattfinden. Malteser Sanz-Dreesen dürfte bei seiner Begeisterung mit Sicherheit auch dann wieder gerne dabei sein.