„Niemand soll alleine sein“: Seniorenministerin Lambrecht besucht Malteser im Ruhrgebiet

Projektkoordinator Kevin Holt erläutert der Bundesministerin den Mobilen Einkaufswagen. (alle Fotos: Thomas E. Wunsch)
Begrüßung der Ministerin durch Diözesanleiter Wolfgang Penning.
Die Ministerin im Gespräch mit Daisy Gräfin von Bernstorff, Vizepräsidentin und Generaloberin der Malteser und mit Ehrenamtskoordinatorin für Ruhrgebiet-Hellweg Yvonne Afflerbach. (v. r.. n. l.)
Ein Geschenk der Ministerin: Einkaufsbeutel für die Fahrgäste des Mobilen Einkaufswagens. Werner Boneß, ehrenamtlicher Helfer und Kevin Holt nehmen sie gerne entgegen.
Vor Ort in Castrop-Rauxel (v. l. n. r.): Lisa Kapteinat, Landtagsabgeordnete für Castrop-Rauxel, MdB Frank Schwabe, Diözesanleiter Wolfgang Penning, Generaloberin Daisy Gräfin von Bernstorff, Bundesministerin Christine Lambrecht, Werner Boneß, ehrenamtlicher Helfer, Kevin Holt, Projektkoordinator und Lars Wilger, stv. Diözesangeschäftsführer der Malteser in der Erzdiözese Paderborn.

Castrop-Rauxel/Herne.Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Christine Lambrecht, hat gestern die Malteser in Castrop-Rauxel besucht. Grund ist das 2020 bundesweit gestartete Projekt Miteinander-Füreinander: Kontakt und Gemeinschaft im Alter. Das Projekt beschäftigt sich mit dem Thema Einsamkeit im Alter.

"Die Pandemie hat ältere Menschen häufig sehr einsam gemacht. Viele haben sich zurückgezogen, waren isoliert, weil sich niemand um sie kümmern konnte. Gerade diese Gruppe braucht Aufmerksamkeit, weil sie sich eben nicht lautstark zu Wort meldet. Gezielte Angebote können wieder mehr Kontakte und soziales Leben ermöglichen“, erklärt Ministerin Lambrecht.

Die Malteser machen mit ihrem Modellprojekt an bundesweit 112 Standorten Angebote gegen Einsamkeit im Alter. Dazu gehören der telefonische Kontakt und der Mobile Einkaufswagen. „Als Bund leisten wir Hilfe zur Selbsthilfe, indem wir dort etwas tun, wo die Menschen wohnen und leben. Die Städte und Gemeinden sind dabei wichtige Verbündete genauso wie Verbände und Träger der freien Wohlfahrtspflege“, so die Ministerin. „Einsamkeit ist ein vielschichtiges Phänomen mit den unterschiedlichsten Ursachen. Deshalb ist das Bundesseniorenministerium breit aufgestellt und fördert auch Mehrgenerationenhäuser, die Stärkung der sozialen Teilhabe von Menschen ab 60 Jahren oder die Telefonseelsorge. Denn: Niemand soll alleine sein."

Vernetzung und Versorgung beim Einkauf und am Telefon

In Castrop-Rauxel starten die Malteser ein Angebot, das sie bereits seit mehr als zehn Jahren an vielen Orten anbieten: den Mobilen Einkaufswagen. „Ehrenamtliche holen die Senioren meist in einem Kleinbus von zu Hause ab und fahren mit ihnen zum Einkaufen. Gemeinsam wird der Wocheneinkauf erledigt, Neues entdeckt, miteinander gesprochen und gelacht. So können auch Hochaltrige eigenständig einkaufen und kommen ganz ungezwungen in Kontakt mit anderen wie in etwa bei einem anschließenden gemeinsamen Kaffee“, beschreibt Kevin Holt, Projektkoordinator der Malteser, das kostenlose Angebot. Dieses „Miteinander-Füreinander“-Projekt lebt durch den Austausch von Jung und Alt, dem Verbunden sein mit den gemeinsamen Quartieren. Werner Boneß, einer der ersten Ehrenamtlichen, steht in den Startlöchern. Die Malteser Fahrdienst-Schulung hat er bereits absolviert und nun freut er sich auf die Einkaufstouren mit den Seniorinnen und Senioren. Zurzeit rührt Kevin Holt in Castrop-Rauxel die Werbetrommel, um das Angebot vor Ort bekannt zu machen.

Zudem setzen die Malteser in Castrop-Rauxel und Herne auf den telefonischen Austausch. Der Telefonbesuch richtet sich an hochaltrige oder alleinlebende Menschen, die sich regelmäßig mit einem für sie ausgewählten Telefonpartner austauschen möchten. Themen können zum Beispiel der (frühere) Beruf oder Hobbies sein. „Oder das Erzählen von alltäglichen Geschichten aus dem gemeinsamen Wohnort Herne“, schildert Kevin Holt das Projekt. Ein bis zweimal die Woche wird für circa eine Stunde telefoniert; ganz individuell, so wie die Telefonpartner es miteinander absprechen. „Denn Telefonieren geht immer“, sagt Kevin Holt. Bereits fünf ehrenamtliche Anrufer wurden von den Maltesern geschult. Zwei von ihnen telefonieren schon regelmäßig, erzählen auch selbst und nehmen Anteil am Leben der älteren Menschen. „Noch fehlt es an Senioren, die den Telefonbesuchsdienst in Anspruch nehmen wollen. Wir machen an vielen Stellen Werbung und wer Fragen hat, kann sich gerne bei uns melden“, sagt Kevin Holt.

Anmeldung und Kontakt zu Projektkoordinator Kevin Holt über kevin.holt@malteser.org oder 02323-1478444.)

Über das Projekt

Das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderte Projekt Miteinander-Füreinander: Kontakt und Gemeinschaft im Alter unterstützt insgesamt 112 Standorte in ganz Deutschland von Juli 2020 bis Ende 2024. Um möglichst viele von Einsamkeit im Alter bedrohte Menschen zu erreichen, machen die Malteser zusätzliche Angebote mit zahlreichen ehrenamtlichen Diensten. Zudem schaffen sie Möglichkeiten sich zu engagieren, um Einsamkeit im Alter vorzubeugen. 

Projekt Miteinander-Füreinander: Miteinander-Füreinander

Magazin für Leben im Alter "dabei": www.malteser.de/dabei.html

Projekt in Castrop-Rauxel: www.malteser-paderborn.de/angebote-und-leistungen/senioren/mifue-castrop-rauxel.html