Wenn Einsamkeit drückt

Foto L. Kirchner/MHD: Gerade an Feiertagen drücken Menschen auch aus Gründen der Einsamkeit den Hausnotrufknopf

Köln. Die Tage zwischen Heiligabend und Neujahr sind für den Malteser Hausnotruf die emotionalste Zeit des Jahres. 7875 Menschen betätigten im letzten Jahr um den Jahreswechsel den Hausnotrufknopf – und viele davon nicht, weil sie gestürzt waren oder anderweitig medizinische Hilfe benötigten, sondern weil sie sich einsam fühlten. Sie suchten keine ärztliche Versorgung, sondern ein offenes Ohr und Zwischenmenschlichkeit.

 

Der Hausnotruf der Malteser ist für viele Menschen weit mehr als nur ein Knopf. Er steht für Sicherheit, verlässlichen Kontakt und insbesondere für das beruhigende Gefühl, nicht alleine zu sein. Denn bei jedem Notruf, der über den roten Knopf an ihrem Armband oder ihrer Kette betätigt wird, wird eine direkte Sprechverbindung aufgebaut und die Mitarbeitenden leiten bei Bedarf Hilfe ein – sei es durch den Malteser Bereitschaftsdienst, den Pflegedienst, den Rettungsdienst oder die Polizei.

In den Tagen zwischen dem 24.12. und dem 31.12. handelte es sich in 391 Fällen um echte medizinische Notfälle. Weitere 880 Einsätze leistete der Bereitschaftsdienst des Malteser Hausnotruf direkt vor Ort, und in 745 Fällen konnte durch die Alarmierung einer Kontaktperson oder des Pflegedienstes die erforderliche Hilfe geleistet werden.

Doch nicht jeder Anruf bedeutet einen medizinischen Notfall: „Auch während der Feiertage betätigen viele ältere Herrschaften den Notrufknopf, weil sie sich ausgesprochen alleine fühlen“, sagt Axel Weisweiler (Hausnotruf- und Menüservice Produktmanager der Malteser NRW). Insgesamt 105 mal gingen soziale Rufe in der Zeit zwischen den Jahren ein.

So ist der Hausnotrufknopf insbesondere für ältere Menschen ein kleiner Anker in einer Zeit, die sonst sehr still sein kann. Ein kurzer Druck auf den Knopf verbindet sie mit einem Mitarbeitenden der Malteser und kann Ängste nehmen, Sicherheit vermitteln und ein Gefühl von Nähe schenken. Denn schon ein kurzes Gespräch und ein paar aufmerksame Worte können in diesen Momenten viel bewirken.

Und so zeigt der Malteser Hausnotruf, dass man selbst in der stillsten Zeit nicht allein ist – ein kleiner Knopf, der Großes bewirken kann.